unser Stellplatz am Twistesee

und Elke winkt mir zu

es brodelt am Himmel

Deutschlands Mitte

Reliefkarte mit Reiseplan

Die obige Reliefkarte habe ich als Orientierungshilfe für Elke besorgt und den geplanten Reiseverlauf eingetragen.

10.7.2025 Ein bittersüßer Start

Abfug für den jungen Mäusebussard

Am Vormittag gab es doch wieder noch vieles zu erledigen und bis zum Mittag blockierte auch ein Wagen der Stadtwerke die Ausfahrt. Per Kamera wurde der neue Abwasserkanal kontrolliert.

Als Symbol für die Abreise muss hier der junge Bussard herhalten, der seit Tagen bettelnd durch die Gärten unserer Siedlung zieht.

Um 12:55Uhr klappte es mit dem Start und … um 13 Uhr standen wir wieder. Eine Tür des Oberschrankes über der Spüle sprang während der Fahrt auf und ließ sich nicht wieder richtig schließen. Mit einem kleinen Plastikkeil hielt er dann doch.

unser Stellplatz am Twistesee

Allerdings nur bis wenige Kilometer vor dem heutigen Ziel, dem Twistesee bei Bad Arolsen. Der Keil hatte sich durch die Rappelei gelöst und in einer Kurve flog ein Teil des Inhaltes heraus. Auch dabei … mein Glas Heidehonig. Das Glas blieb zwar heil, aber vom Plastikdeckel brach ein Stück ab und bevor Elke es durch schnellen Einsatz verhindern konnte ergoss sich die Hälfte des Honigs auf Boden und Teppich. Schade um den Honig, aber auch um das frisch geputzte Wohnmobil. Zum Glück wurde die Glasplatte auf dem Küchenblock nicht beschädigt.

Wir sind jetzt auf dem Womostellplatz am Twistesee und schauen von unserm Platz direkt auf den Stausee. Ein schöner Stellplatz. Die Onlinebuchung hat sich gelohnt, so konnten wir einen Platz in erster Reihe reservieren und die Einfahrt durch die Schranke verlief völlig problemlos.

11.7.2025 – ganz woanders

Ausrufezeichen - ein Nachtfalter

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das „Ausrufungszeichen“ am Morgen an der WC-Tür hätte mir zu denken geben sollen. Der Falter heißt übrigens wirklich so.

Ein Versuch heute Morgen den Abwassertank zu schließen führte dazu, dass ich das Führungselement mit Schrauben und Holzteilen in der Hand hielt. Schlecht, denn nun kann ich den Tank weder schließen noch öffnen. Was bedeutet, dass das Grauwasser jederzeit auf die Campingplätze oder die Straße fließt. Nicht gerne gesehen, wofür ich absolut Verständnis habe.

Elke hat clever in der Nähe eine Womowerkstatt ausgemacht, in der wir um Hilfe bitten können. Also Womo gepackt und ab dahin.

Der Chef war mäßig begeistert, denn er will noch heute Abend selber in den Urlaub starten und hatte noch nix gepackt. Trotzdem ging er es mit seinen Mitarbeitern an.

Womostellplatz Karlshafen

Inzwischen rief Hanni an um uns mitzuteilen, dass sie wegen der saumäßigen Wetterprognosen für Zella-Mehlis die Fete absagen möchte. Ein wenig hatten wir es kommen sehen.

Die Reparatur war mit 71€ erfreulich günstig, aber leider musste ich hier auf dem Stellplatz feststellen, dass sich das Ventil weiterhin nicht lösen lässt. Also wieder den Eimer drunter und morgen erneut probieren.

Die erste Planänderung: auf zu dem Campingplatz in Gieselweder an der Weser, auf dem Freundin Ute einen festen Platz hat. Leider auch ohne Ergebnis, denn auf dem Platz ist ein großes Jahrestreffen der GoldWing-Fahrer, diese Riesenmotorräder, die zum Zurücksetzen einen Rückwärtsgang haben.

Jetzt sind wir auf dem Womostellplatz in Bad Karlshafen, haben am Nachmittag beim Portugiesen auf der Terrasse mit Blick auf die Weser gut gegessen und ich sitze um 21:30Uhr noch vor dem Womo und schaue hunderten Schwalben und Mauerseglern bei der Jagd auf die Insekten des Wesertales zu.

12.7.2025 – Karlshafen fast ohne Pannen

Okay, der Tag begann für mich mit einem heftigen Wadenkrampf und für Gina mit Problemen bei der Verdauung. Also auf und erstmal ein Gassigang. Wir müssen die „Liebesgaben“ beim Restaurantgang für die Süße wirklich einschränken. Soweit die schlechten Dinge des Tages.

Es gab dann frische Brötchen vom Bäcker und als Augenschmaus ganz viele wilde Wegwarten. Für meine Tochter Meike und mich eine Lieblingspflanze. Und eine wichtige Pflanze für die Versorgung der Deutschen nach dem letzten Krieg mit deutscher Beteiligung: man schaue ins Netz > Zichorie und Chicorée.

und Elke winkt mir zu

Schon gestern hatte ich mich entschlossen, mit Gina heute die „Hessischen Klippen“ zu erklimmen um vom Hugenottenturm auf Bad Karlshafen und den Wohnmobilplatz zu schauen. Hätte ich gewusst, wie anstrengend der Aufstieg wird und wie sehr ich dabei mein Alter merke … .Gina ist da rauf wie eine junge Bergziege. Die Blicke von dort oben waren es wert. Das Panorama kommt heute unten zum Schluss. Die winkende Elke hier und wie immer empfehle ich auch die Fotoseite. Zwei „Besonderheiten“ des Wohnmobilstellplatzes auch: ein Sicherheitsfanatiker, der sein Wohnmobil auf diesem Platz gleich mit zwei Krallen sichert und jemand aus dem Landkreis Zwickau, der aus dem neuen Kennzeichen HOT ein Hotel gebastelt hat.

 

Ein Wermutstropfen am Abend: die Niederlage der Frauennationalmannschaft gegen Schweden, nach einer großartigen Anfangsviertelstunde.

Panoramablick vom Hugenottenturm

13.7.2025 – Fahrt zum Süßen See

Begrüßungsvögel am Süßen See

Der heutige Tagesbericht ist kurz, denn es ging heute im Wesentlichen um den Stellungswechsel von Bad Karlshafen zum Süßen See. Es war eine schöne Panoramafahrt hierher, mit Blicken auf altbekannte Reiseplätze wie den Harz, den Kyffhäuser oder den Stausee von Kelbra. Und all das bei komplett unproblematischer Fahrt.

Von der Abfahrt Querfurt kommt man am „Salzigen See“ vorbei und in Erinnerung an eine kleine Exkursion vor vielen Jahren wollte ich auch heute eine kleine Runde mit Gina drehen. Kaum hatte ich mir Fernglas und Fotoapparat um den Hals gehängt, fing es in Strömen an zu regnen. Pah … dann eben nicht.

Jetzt stehen wir auf dem Campingplatz am „Süßen See“ und unser „Begrüßungskomitee“ der heimischen Vögel in der ersten viertel Stunde war nett. Später kamen noch weitere Arten dazu und ich werde an den nächsten Tagen die Vogelarten zählen. Dazu sicher an den nächsten Tagen mehr!

14.7.2025 – ein interessanter Tag am Süßen See

Blick am frühen Morgen Richtung Seeburg

Was für ein Start in den Tag! Endlich habe ich es mal wieder geschafft um 6:30Uhr in die Natur zu starten. Zuerst ein paar morgendliche Blicke über den See. Dann den Berg hinauf und hinein ins Ornithologenglück. Die Bienenfresser waren voraussehbar, die Pirole schon im Bett zu hören, aber der gute Bestand der Turteltauben überraschend. Alles nur kurz zu sehen, aber die ganze Zeit zu hören. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Pirole gleichzeitig gesehen und gehört. Aber: auch heute gelang kein brauchbares Foto. Die vielen Neuntöter waren kooperativer, wenngleich ich von denen auch schon bessere Fotos habe. Die zwei Stunden am Morgen machen Lust auf mehr.

Esparsetten Widderchen

Nach dem Frühstück fand ich dann den richtigen Eingang in die Trockenhänge. Und nach kurzer Zeit die ersten Schönheiten: Esparsetten-Widderchen auf Gelben Skabiosen. Eigentlich ein seltener Falter, hier häufig. Weiter oben am Hang lief eine Damhirschkuh mit Kalb gemächlich über die nächste Kuppe.

Vom Campingplatz aus sieht man oben auf dem Trockenhang eine Bank und ein Stück daneben eine kleine steinerne Säule. Auf der Bank habe ich erstmal ausgiebig die wunderbare Aussicht genossen und den Bienenfressern bei der Jagd zugesehen. Nach einiger Zeit kam ein PKW, ein Mann stieg aus und es stellte sich heraus, dass es ein Mitarbeiter des Landesumweltamtes Sachsen-Anhalt war, der Bodenfallen kontrollierte und neu bestückte. Auch wenn er kein ausgewiesener Ornithologe war und ich von Asseln, Spinnen und Co. nicht wirklich was verstehe, ergab sich doch ein längeres Gespräch. Immer nett!

Borstige Dolchwespe

Die steinerne Säule erwies sich als ein Überbleibsel einer alten Gerichtsstelle. Hier oben wurden bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein die Übeltäter aufgeknüpft. Zur Abschreckung ließ man sie wochenlang hängen und dann wurden sie in unmittelbarer Nähe verscharrt. Sollte jemandem auf dem Campingplatz Geister erscheinen, ist dies die Erklärung.

Am Fuße der Säule habe ich ein weiteres für mich neues Insekt fotografiert: die Borstige Dolchwespe. Passt dann ja fast. Bei dieser Gelegenheit auch der Hinweis auf die Fotoseite mit weiteren Bildern. Zum Beispiel auch mit Aussichten über Platz und See von der Bank aus.

Moschusbock

Am späten Nachmittag haben wir dann zum ersten Mal in diesem Urlaub gegrillt. Wir waren gerade mit dem Essen durch, als Elke plötzlich aufschrie. Ein kapitaler Moschusbock hatte sie angeflogen. Auf meiner Hand kann man erkennen, dass so ein Moschusbock schon ein prächtiges Käferchen ist.

Für morgen ist kräftiger Regen angekündigt. Mal sehen was wird und wie wir den Tag gestalten.

15.7.2025 – Tagesbeginn mit Blitz und Donnerstag

Blick gen Westen

Kurz hatte ich gegen 7Uhr überlegt wieder auf die Pirsch zu gehen, bin dann aber wieder tief und fest eingeschlafen. Um kurz vor 10Uhr wurden wir alle drei durch einen lauten Donnerknall geweckt, bei dem Gina sofort die Nähe zu unserem Bett gesucht hat. Und dann öffnete der Himmel seine Schleusen. Zum Glück habe ich die Markise in die richtige Schräge gebracht, sodass die Wassermassen herunterrauschten und es keine Sackbildung in der Markise gab. Nach 12Uhr war der Spuk vorbei und ich wurde beim Gassigang nur ein wenig nass, weil der Wind die Bäume über dem Seeweg gen Westen kräftig schüttelte. Für Gina gab es auch heute die ausgiebige Abkühlung im See.

Restaurant - Schiff Seeperle

Am Nachmittag ging es zum Essen in die Schiffsgaststätte „Seeperle“, ein ehemaliger Raddampfer der Dresdener Weißen Flotte. Gebaut wurde das Schiff 1892 und hatte eine wechselvolle Geschichte, die hier nachgelesen werden kann. Seit 1973 steht das Schiff auf dem Trockenen und ist ein beliebtes Restaurant am Süßen See. Bekannt wohl auch für seine Fischgerichte. Mein Zanderfilet mit Meerrettichkruste war ausgezeichnet, Elkes Schnitzel etwas zu hart gebraten. Für Elke gab es aber auch Grund zur Freude. Schon am Morgen hatte sie beklagt, dass für unsere morgen geplante Gemüsepfanne mit Lachs noch eine Möhre besorgt werden muss. Tatsächlich hat die nette Kellnerin unserer Bitte entsprochen und uns zwei Möhren aus dem Kühlhaus besorgt. Darum herum gab’s ein nettes Gespräch über ihren Hof und ihre Tiere. Am Ende haben wir für den nächsten Besuch am Donnerstag noch 20 Eier bestellt. Alles sehr erfreulich!

Schloss Seeburg

Und am Abend ging es menschlich erfreulich weiter. Neben uns steht eine Frau aus der Gegend zwischen Halle und Leipzig mit ihren drei Kindern, von denen das jüngste Mädchen Trisomie hat, quicklebendig auf dem Platz unterwegs ist und mehrfach täglich im See baden geht. Die Mutter ist Lehrerin, die ganze Familie bis hin zum Großvater bei der freiwilligen Feuerwehr und sehr sportlich unterwegs. U.a. wird der neunjährige Sohn Mitte August an einem Event am Süßen See teilnehmen, bei dem die Schwimmlegende Paul Biedermann mit anderen Schwimmern durch den See schwimmt. Okay, es sind deutlich mehr als 200m Strecke, die ja eigentlich seine Paradedisziplin gewesen ist. Plaudernd und bei einer Flasche Rotkäppchen-Sekt, den wir zum Glück im Kühlschrank hatten, verging der Abend wie im Flug. Als wir uns wegen der abendlichen Kühle ins Wohnmobil zurückgezogen haben, wollte ich eigentlich diesen Bericht schreiben, bin aber sofort im Sitzen eingeschlafen. Gegen 1Uhr wurde ich wach, Elke schlief schon lange (und zwar im Bett) und heute Morgen war mir nicht so wirklich nach morgendlicher Exkursion.

16.7.2025 – weitgehender Ruhetag

Reineclauden am Wegesrand

Mit dem vorherigen letzten Satz war ich ja quasi schon im heute. Geweckt wurde ich tatsächlich wieder von dem Getrippel der Bachstelzen auf dem Womodach. Hat immer ein wenig was von Stepptanz.

Ansonsten hat es heute immer mal wieder ein wenig geregnet und es war Entspannung angesagt. Zum Glück muss Gina ja trotzdem raus und sie will ja gerne auch ein wenig im See baden. Im Gegensatz zu uns.

Bei den Gassirunden habe ich wieder kleine Aprikosen und Reineclauden gesammelt, die hier verwildert oder wild (?) überall zu finden sind. Schließlich muss ich ja dafür Sorge tragen, dass Elke sich gesund ernährt. ;-) Okay, die Reineclauden nasche ich auch gleich vor Ort.

Am Nachmittag habe ich dann wohl den ersten aktuellen Brutplatz der Bienenfresser gefunden. Der Spur werde ich morgen folgen, wenn das Wetter mitspielt.

17.7.2025 – letzter Tag am Süßen See

Bienenfresser an der Bruthöhle - am Geiseltalsee

Nun bring ich das Thema „Bienenfresser am Süßen See“ mal zu Ende und zwar mit einem Bild, das ich vor Jahren an der Brutwand am Geiseltalsee aufgenommen habe. Wer komplett störungsfrei Bilder von den Bienenfressern machen will, dem empfehle ich den Geiseltalsee-Camp, wo der Brutplatz nur 100m entfernt und direkt an einem Wanderweg liegt. Hier am Süßen See sind die Bedingungen für Fotos der farbenprächtigen Vögel deutlich schlechter. Präsent durch Rufe und Überflüge sind sie aber stets. Und der mediterrane Sound ist ja auch schick!

der Galgensockel und ein Kaliberg im Hintergrund

Hier füge ich jetzt ein Bild von dem Galgensockel der Gerichtsstätte ein. Im Hintergrund ist einer der hier in der Landschaft üblichen "Berge"„ des Kalibergbaus zu sehen. Nicht von ungefähr nennt man die Gegend von der Werra bis hierher das „Land der weißen Berge“. Auf der Fahrt hierher hatte ich Elke noch darauf aufmerksam gemacht, wie lebensfeindlich diese Aufschüttungen der Abfallprodukte des Kalibergbaus sind und dass auch nach Jahren kaum eine Pflanze darauf wächst. Der hauptamtliche Naturschützer, den ich vor einigen Tagen an gleicher Stelle getroffen habe, erzählte, dass es im Bereich des ablaufenden Salzwassers spezielle Lebensformen gibt, die nur dort vorkommen. Mir fielen erstmal nur Salinenkrebse ein.

Theke der Seeperle - incl.Schiffsglocke

Tatsächlich sind die Abwässer des Kalibergbaus ein riesiges ökologisches Problem. Die Werra, in die früher viele Abwässer nahezu ungefiltert flossen, hatte zu DDR-Zeiten einen Salzgehalt, dass von den Fischen nur der Aal dort leben konnte und man sich nicht gewundert hätte, wenn Heringe eingewandert wären. Apropos Hering: eine der größten dieser Halden liegt beim Ort Heringen ;-) und wird spöttisch Kalimandscharo genannt. Es gibt zu alledem viele interessante Informationen im Internet!

Den Bericht von dem Besuch am „Süßen See“ werde ich gleich mit einem großen Foto beenden.

 

Vorher aber noch eine Bemerkung: wenn wir uns alle Mühe geben mit der Verschiedenheit der Menschen, dann können wir das Glück haben, einen neuen Blick auf mögliche Lebensentwürfe zu bekommen. Wir waren (es war schon zu lesen) heute erneut in der „Seeperle“, haben lecker gegessen und hatten einen wirklich erbaulichen-menschlichen Kontakt mit der Kellnerin mit den vielen Tieren (so ein schönes Pferd, das als Geschenk in der Mutterstute zu ihr kam). Als Bonus gab es für uns auch noch ein paar superfrische Eier. Dank für diese Erfahrung!

Süß - der Hund und der See

18.7.2025 – Salziger See und Halberstadt

überraschend: zwei Löffler im Salzigen See

Heute ging es weiter nach Halberstadt, aber erstmal wurde die kleine Exkursion nachgeholt, die am Montag ins Wasser gefallen war. Diesmal trockenes Wetter bei bedecktem Himmel. Schon beim Verlassen des Womos hörten wir die Bienenfresser und heute bekam Elke sie dann endlich auch gut zu sehen. Ein paar Fotos gelangen mir auch, nicht so grandios wie am Geiseltalsee, aber eines davon hat es auf die Fotoseite der Homepage geschafft.

Völlig überraschend entdeckte ich im See zwei Löffler bei der Nahrungssuche, die ich hier nicht vermutet hätte. Sehr zu recht, wie sich herausstellte, denn in Sachsen-Anhalt sind Löffler als Seltenheit meldepflichtig. Am Abend habe ich dann mit einiger Mühe den Meldebogen der AKSH (Avifaunistischen Kommission Sachsen-Anhalt) ausgefüllt und abgesandt. Mal sehen, ob sich auch bei mir jemand meldet.

Es lohnt sich auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit auch ein längerer Aufenthalt im Urlaubsgebiet Mansfelder Seenland!

Halberstadter Badesee

Problemlose Fahrt nach Halberstadt, Großeinkauf bei Kaufland und ab zum „Camping am See“. Wir haben freundlicherweise eine Sondergenehmigung Gina mit auf den Platz nehmen zu dürfen, denn nachdem sich viele Hundebesitzer nicht an die Regeln gehalten haben, werden eigentlich keine Hunde mehr auf dem Platz geduldet. Wir mussten auch hoch und heilig versprechen, Gina auf keinen Fall mit an den Badesee zu nehmen.

Eins noch zum Abschluss des Tages: auch hier auf dem Campingplatz wurden wir von überfliegenden Bienenfressern und rufenden Pirolen begrüßt!

19.7.2025 – Moderne Vogelbilder/Silberner Uhu

2 Aquarelle von Claudia Brunke-Gregory

Schwerpunkt des heutigen Tages war der Besuch der Kunstausstellung „MoVo – Moderne Vogelbilder“. Alle zwei Jahre wird der Preis der „Silberne Uhu“ vergeben und Vogelmaler aus ganz Deutschland stellen in Halberstadt aus. Mit dabei ist seit einigen Jahren auch meine Freundin Claudia Brunke-Gregory, von der auch Bilder auf meiner Homepage zu sehen sind. Zwei Aquarellen mit Blaukehlchen und Rohrammer liegen Fotos von mir zugrunde und deshalb füge ich das Blaukehlchen in den Reisebericht ein. Ich konnte einigen Ausstellungsbesucherinnen bei ihren Gesprächen über die Bilder zuhören und sie waren durchweg begeistert von der Farbgebung und der Genauigkeit der Darstellung.

3 Halberstädter Gotteshäuser mit Harz und Brocken

Den Jury - Preis „Silberner Uhu“ hat Claudia in diesem Jahr leider wieder nicht erhalten, aber die Besucher stimmen ja auch ab und so drücke ich ihr die Daumen für den Publikumspreis.

Vom Campingplatz bis zum „Schraube - Museum“, in dem die Bilder gezeigt werden, sind es gut 3km und zwar komplett in der Sonne. Das Foto der Kirchen von Halberstadt habe ich vom Campingplatz aus aufgenommen und ungefähr dort ist da Museum. Der Fußmarsch war der unangenehme Teil des Tages.

20.7.2025 – erfolgreiche Suche

die Brutwand in der alten Kiesgrube

Heute beginnt der Tagesbericht ausnahmsweise mit einem Foto. Was für ein grandioser Brutplatz! Weitere Fotos hier!

was für eine Farbenpracht

Die Frage, wo denn die Bienenfresser wohl ihre Brutröhren haben, wollte ich unbedingt noch klären. Also bin ich querfeldein den Futter tragenden Vögeln hinterher und habe es mir, wie ich später feststellen konnte, unnötig schwer gemacht. Zu der Brutwand in einer alten Kiesgrube gibt es auch einen ganz leichten Weg. So ist es manchmal.

In der oberen Etage sind die Brutplätze der farbenprächtigen Bienenfresser und ein Stockwerk tiefer brüten die Uferschwalben. Die Zahl der Bienenfresser schätze ich auf rund 100 Vögel, die der Uferschwalben auf sicher 1000. Was für ein wunderbarer Beobachtungsplatz und für die Vögel vollkommen störungsfrei, jedenfalls aus der von mir gewählten Distanz. Es ist zu befürchten, dass sich nicht jeder Fotograf daran hält.

Die Bienenfresser sind echte Gewinner der Klimaerwärmung und nach meinem Eindruck der letzten Woche auf dem besten Wege, eine prägende Art für Sachsen-Anhalt zu werden.

21. und 22.7.2025 – Räbke am Elm

Die Verabschiedung von „Basti“ dem Platzchef vom „Campingplatz am See“ in Halberstadt war herzlich und er betonte, dass er sich freuen würde, wenn wir wiederkommen. Meine Vogelinformationen haben wohl Eindruck gemacht. Nun erkennt er auch die Bienenfresser und weiß, dass Uferschwalben nicht in Bäumen brüten. ;-) Auch zukünftig dürfen wir sicherlich mit Gina auf den Platz.

Nachbarn auf dem Campingplatz Räbke

Danach gab es einen Kurzbesuch bei meinem ornithologischen Ziehvater Rolf Fritz in Winnigstedt, der im Dezember 89 Jahre alt wird. Leider ist er nicht so gesund, wie ich es ihm wünschen würde. Und die steile Treppe vom Hof in den ersten Stock ist ein echtes Mobilitätshindernis. Selbst Gina hat deutlich gezögert, die Treppe herunterzulaufen.

Nun sind wir für zwei Übernachtungen auf dem Campingplatz Räbke, den wir schon von einer früheren Fahrt kennen. Ein Freibad ist nebenan, aber leider nicht für Gina. Die kleine Koppel, die zum Platz gehört fand sie aber spannend.

Ginas Badesee - tiefer als gedacht

Am ersten kleinen Stausee der Schunter, später ein Flüsschen, hier noch ein Bach, dessen Quelle unweit vom Campingplatz liegt, fanden wir doch einen Badeplatz für Gina. Es schwamm reichlich  Laub der umstehenden Bäume als blickdichte Schicht auf dem Wasser und Gina hat völlig unterschätzt (ich übrigens auch), wie tief es gleich am Ufer abwärts geht. Bei dem Versuch, auf den Blättern zu stehen, sauste sie kopfüber ins Wasser und kam völlig geschockt sofort im Rückwärtsgang wieder an Land. Eigentlich geht sie ja immer nur bis zum Bauch ins Wasser.

Auch auf diesem idyllisch gelegenen See, wie bisher an jeder Station unserer Reise: Nilgänse mit Jungen. Absolute Globalisierungsgewinner eben und äußerst durchsetzungsstark!

23.7.2025 – Zwischenstation Tangermünde

das alte Rathaus

Tangermünde ist schon mehrfach ausgezeichnet worden als eine der schönsten Kleinstädte Deutschlands. Und das Rathaus mit seinem kunstvollen Gotikgiebel sowieso. Und auch bezüglich des Stellplatzes für Wohnmobile rüstet die Kleinstadt weiter auf. Demnächst gibt es auch noch Toiletten mit Dusche, mal sehen, ob es dann auch noch bei dem Übernachtungspreis von 17€ bleibt. Aber auch jetzt können wir den Stellplatz unbedingt empfehlen: er ist nahe der Altstadt und dem Hafen und das nächstgelegene öffentlich WC ist am Eingang der Stadt und sehr sauber.

die neuen Iglus

Das mit dem abendlichen Restaurantbesuch gestaltete sich etwas schwieriger. Das ausgewählte Fischlokal war komplett reserviert. Die „Zecherei Sankt Nikolai“, ein ehemaliges Gotteshaus aus dem Mittelalter mit Beichtstuhl und Kanzel, in dem das berühmte „Kuhschwanzbier“ ausgeschenkt wird, war nach Elkes erstem Blick auf die ausgehängte Speisekarte „raus“, weil Waschbärenbratwurst angeboten wurde. Schließlich landeten wir beim „Schnitzelkaiser“, ehemals die Ausspanne der Postkutschen. Mein Schnitzel und Elkes Cordon Bleu waren in Ordnung, aber mit 21€ kein Schnäppchen.

Wer nicht mit dem Wohnmobil anreist und urig übernachten möchte, für den gibt es „Iglus“. Allerdings: auch die sind mit derzeit 115€ kein Schnäppchen.

24.7.2025 – weiter nach Havelberg

Elbtalaue und Tangermünde

Zuerst ging es heute über eine der wenigen Brücken in diesem Bereich über die Elbe. Auf der anderen Seite vom Deich noch ein Blick zurück nach Tangermünde. Und dann sah ich, dass genau an dieser Stelle am 10.6.2013 10 Minuten nach Mitternacht der Deich gebrochen ist. Fotos dazu und von Libellen, Neuntötern und mehr wie immer auf der Fotoseite. Lasst Euch die Chance nicht entgehen!

Stimmen und Detektor

Es ging dann zu einem meiner Lieblingscampingplätze auf der Spülinsel bei Havelberg. Sooo nette Betreiber, zur Altstadt geht´s über eine Fußgängerbrücke und alles sehr naturnah.

Havelberg hat Preise gewonnen für die besonders naturnahe Gestaltung der Grünanlagen und speziell für die Fledermäuse. Mir hat der „öffentliche“ Bat-Detektor besonders gefallen. Was für eine geniale Idee!!!

25.7.2025 – Havelberg speziell

Tierische Nachbarn

Die Ponys und Hühner auf dem Platz runden das Naturerlebnis absolut ab. Der wohlgenährte Hahn ist einigen meiner Leser schon auf meinem Status begegnet. Hier noch mal zur Einordnung: Gina möchte (außerhalb unseres Gartens) mit ALLEN Tieren spielen. Der Hahn hatte keinen Bock! Die Ponys hingegen hatten mal wieder Lust auf einen Ausflug über den Campingplatz  und sind mit dem Kopf zuerst durch die Hecke getürmt.

Braunbürstige Hosenbiene mit Grabhügel

Überall auf dem Platz gibt es Minivulkane, auch direkt neben unserem Womo. Eine Sandbienenart mit dem wunderbaren Namen „Braunbürstige Hosenbiene“, als Art durchaus gefährdet, baut sie hier ihre bis zu 60cm(!) tiefen Röhren. Das Leben ringsum hat so viel zu bieten!

Altstadt von Havelberg

Was ich Euch nicht biete: ein Bild von mir im Barber-Shop von Havelberg. Einmal komplett bitte: waschen, schneiden und entfernen aller überflüssigen Haare … sehr warmes, güldenes Hartwachs an Ohren, Stirn und auf und in der Nase … wirklich gründlich!

Kurz hatte ich über ein Foto nachgedacht, aber der Schmerz kam schneller! Nun denn, das wäre fürs erste erledigt!!!

Beim Blick vom Dom auf die Altstadt überraschend ein Fischadler. Der erste auf dieser Reise.

26.7.2025 – das Haus der Flüsse und der Büttnershof

m Haus der Flüsse mit Wolf, Bieber, Otter, ...

Was auch noch für den Campingplatz auf der Spülinsel Havelberg spricht: es ist alles komplett entspannt. Auf meine Frage an den Chef, wann wir den Platz verlassen müssen, sagte er, wenn ihr weg seid, seid ihr weg! Stress … nein danke! Wir kommen wirklich jederzeit gerne wieder.

Einkaufen, muss wieder sein, und dann ging es zum „Haus der Flüsse“. Eine wunderbare Ausstellung, absolut genial blühende Wiesen ringsum und das Personal perfekt den Besuchern zugewandt!

Gierseilfähre über die Elbe

Dann mit der Gierseilfähre bei Sandau für 8€ über die Elbe. Ohne Motor, das Schiff schräg zur Strömung gestellt sind wir über die Elbe geglitten. Als ich zum Fährmann sagte, wie wunderbar ruhig die Überfahrt sei, sagte er: „Es gibt Menschen, die ihr Geld schwerer verdienen!“ Sensationell, oder?

unser Platz auf dem Büttnershof

Und nun sind wir nahe am Paradies auf dem Gut Büttnershof, es wird sicher eine komplett ruhige Nacht, denn die einzige Straße führt zur Fähre, die um 21Uhr bis um 7Uhr  den Betrieb einstellt. Allerdings könnte die „Vögelei“ (Hühner, Kleinpapageien, Wellensittiche, Fasanen und Pfaue) morgen früh die Ruhe beeinträchtigen.

Es gefällt uns hier so gut, dass wir spontan bis Montag verlängert haben.

27.7.2025 – ein Tag auf Büttnershof mit Pilzgeschichte

Eingang zur "Vögelei"

Um 5 Uhr wurde ich wach, weil einer der Hähne der Zwerghühner so etwas Ähnliches wie Krähen in die Ruhe des Morgens schickte. Die großen Hähne folgten erst eine Stunde später, deutlich lauter und weckten damit offensichtlich den Rest der „Vögelei“. Die Voliere der Pfaue ist glücklicherweise etwas weiter weg, denn die legten dann richtig los. Und in einer ruhigeren Phase rief im Baum über dem Womo der Pirol. Das erste Auto fuhr erst um 7 Uhr vorbei und bis um 8 Uhr waren es nur zwei. So ein Tagesstart macht mir Spaß. Ab und an marschierte auch einer der Störche auf Nahrungssuche vorbei. Nett!

falsche Champignons !?!

Schon gestern hatte ich am Rand des Parks einen größeren Bestand Champignons entdeckt. Da sonntags das Restaurant vom Büttnershof schon um 17 Uhr schließt, hatten wir uns entschlossen, einige der schönsten Pilzexemplare zu einer Pilzpfanne mit Eiern zu verarbeiten. Erfreulich: die Fliegenmaden waren wenn überhaupt nur in den Stielen. Auffällig: die Hüte wurden beim Putzen gelb.

Als bei der Zubereitung die ganzen Pilze eine gelbe Färbung annahmen, habe ich mich doch lieber auf entsprechenden Seiten im Netz schlau gemacht und folgenden Satz gefunden: „Bei gelber Verfärbung ("gilben" bei Anschnitt, Druck oder Verletzung des Fruchtkörpers) ohne deutlichem Anis-Geruch ist von einer ungenießbaren oder giftigen Art auszugehen.“ Hier nachzulesen. Der Anisgeruch fehlte und das war’s dann mit der Pilzpfanne.

mindestens 2 Jungstörche

Apropos Pilze: beim mittäglichen Gassigang mit Gina fand ich auch Netzstielige Hexenröhrlinge, wie fast immer innerlich fast komplett von den Pilzfliegenmaden aufgefressen. Die Pilzsaison nimmt Fahrt auf!

Der Büttnershof war eine Empfehlung meiner Tochter Meike, die ich gerne an andere Wohnmobilisten weitergebe. Für 25€ incl. Strom, Toiletten und Duschen, ein gutes Restaurant und ein wunderbarer Park mit eigener Storchenfamilie, da kann man nicht meckern. Gut, die Geräuschkulisse der „Vögelei“ sollte man schon mögen.

28.7.2025 – Werben – Seehausen

Störche überall in Werben

Der erste Vogel am heutigen Morgen war die Singdrossel. Aber die „Vögelei“ setzte kurzfristig in die Melodie ein. Wie gesagt, es darf einen Besucher der schönen Anlage nicht beeinträchtigen. Und ich dachte, es könnte ein frühes Geburtstagsständchen für Freundin Katja sein.

Auf dem heutigen Weg nach Seehausen, wo wir mit der Familie morgen den Geburtstag von Meike feiern, liegt die vielleicht kleinste Hansestadt der Welt: Werben. Zur Geschichte und mehr kommt man hier.

Parken mit dem Womo kein Problem, der Marktplatz lag relativ verlassen da. Den Gebäuden sieht man an, dass rührige Aktive sich um den Erhalt der Substanz des schönen Städtchens bemühen, aber noch viel zu tun ist. Übrigens: bis zu unserer Abfahrt haben wir in Werben mehr Störche als Menschen gesehen.

St.Johanniskirche zu Werben

Sehr sehenswert fanden wir die St.Johanniskirche. In der imposanten Backstein-Hallenkirche im gotischen Stil beeindrucken die sehr alten Fenster und die Steinmetzarbeiten sogar einen Heiden wie mich.

Jetzt sind wir mal wieder auf dem schönen Stellplatz in Seehausen/Altmark. Hier bleiben wir aller voraussichtlich nach bis Donnerstag. Vielleicht werden die nächsten Tagesberichte etwas sparsam, aber das werden wir sehen.

Morgen gilt es nun erstmal einen Geburtstag zu feiern! Mit Bienenfressern oder anderen schönen Vögeln!?!

29.7.2025 – Meikes Geburtstag in Seehausen

ein perfekter Ort zum Feiern

Heute waren es nicht die Vögel, die am Tagesbeginn akustisch dominierten, sondern die Feuersirenen von Seehausen und Umgebung. Wenige Minuten vor 6Uhr heulte die Sirene von Seehausen los, kurz danach in einiger Entfernung eine weitere. Und dann waren, der Menge der Martinshörner nach zu vermuten, alle freiwilligen Feuerwehren der Umgebung im Einsatz. Es ging dabei, wie ich in einer Polizeimeldung lesen konnte, um einen Verkehrsunfall nach einem leichtsinnigen Überholmanöver auf der Bundesstraße 189.

Dieser Unfall und ein umgestürzter Lastwagen auf einer Querstraße führten dann auch zu einem verzögerten Zusammentreffen der Familie auf dem Elbdeich bei Beuster, da die Bundesstraße für 3 Stunden gesperrt werden musste. Schließlich haben wir aber den ersten Teil von Meikes Geburtstagfeier mit genialem Ausblick in die Elbtalaue feiern können. Und auch hier, im nördlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt konnten wir Bienenfresser beobachten. Das Bundesland beherbergt nach derzeitigem Stand der Zählungen die Hälfte des bundesweiten Bestandes dieser farbenprächtigen Vogelart.

Badenixe und Graureiher

Meike hatte für ihre Geburtstagsfeierlichkeiten das verdiente Glück: wenn wir 10 Minuten später zum gewählten überdachten Rastplatz auf dem Deich gekommen wären, hätte eine größere Fahrradgruppe diesen besetzt. Und alle Regengebiete zogen immer schön um uns herum. Zum Abschluss konnte sie sogar noch eine Runde im Badesee schwimmen.

Und wir alle hatten dann noch einen kulinarisch ausgezeichneten Abend auf ihrer „Pflegeleichten Hofanlage“.

Morgen ist für uns Ruhetag in Seehausen und am Abend  freuen wir uns auf das "Resteessen" der Köstlichkeiten der Geburtstagsfeier!

31.7.2025 – weiter nach Bergen an der Dumme

Heute war es der Regen, der auf das Womodach prasselte, der den Tagesbeginn verkündete. Er war auch angekündigt. Wohlweißlich hatte ich schon gestern alles eingepackt und die Markise trocken verstaut.

nicht bestimmter Röhrling

Gestern Abend war es dann doch kein reines Resteessen (mit leckeren Rosmarinkartoffeln), sondern Meike hat auch noch ganz frisch einen Zwetschgenkuchen gebacken, von dem ein gutes Stück heute mit auf die Reise gegangen ist.

Karsten Dahme, der Chef des Campingplatzes, bei dem wir schon 2021 im Zuge unserer Reise entlang des „Grünen Bandes“ einen netten Abend mit spanischem Rotwein erlebt haben, erkannte mich nicht nur sofort, sondern wusste auch noch meinen kompletten Namen! Erstaunlich!

Am zugewiesenen Stellplatz standen zwei dieser prächtigen Pilze, die ich nicht endbestimmt habe, weil ich sie einfach nicht beschädigen wollte.

Nun sind wir für zwei Nächte wieder hier und morgen werde ich mit Gina ein paar alte Wege gehen. Das nachfolgende Bild, eine Zeitlang mein Bildschirmschoner beim PC, habe ich 2021 in der berühmten Herrgottsfrühe hier in der Nähe aufgenommen. Es zeigt die Schönheit der Landschaft und warum ich wieder hierher wollte. Damals war allerdings mehr Sommer als heute, wo es bei bedecktem Himmel immer mal schauert.

Sonnenaufgang am 23.7.2021

1.8.2025 – Gina wieder in der Dumme

Gina in der Furt der Dumme

Es scheint fast so, als wenn Gina noch gute Erinnerungen an den Campingpark Fuhrenkamp in Bergen an der Dumme und die Umgebung hat. Sie geht manche Wege so zielgerichtet, als wären es nicht 4 Jahre, seit dem wir hier gewesen sind. Und wir fühlten uns auch sofort wieder heimisch.

Auch den Weg zur Furt durch die Dumme fand Gina fast allein und schien mich aufzufordern, mit ihr hindurch zu waten. Wollte ich aber nicht. Ein wenig  nass geworden sind wir am Ende doch noch, denn es fing leicht an zu regnen. Kaum waren wir im Womo, begann es in Strömen zu gießen. Das Wetter bleibt erstmal durchwachsen.

Am Abend gab es dann noch das Eröffnungsspiel Rot-Weiß Essen gegen 1860 München. Die beiden Mitfavoriten um den Aufstieg zeigten ein gutes Spiel und trennten sich 1:1.

2.8.2025 – weiter in die Nemitzer Heide

Brietzer Teiche

Der Campingplatz in Bergen war nur ein Zwischenschritt, um Karsten und seine Frau mal wieder zu sehen. Heute ging es dann erstmal zu den Brietzer Teichen, die vom BUND in ein Vogelparadies umgestaltet worden sind. Eine Empfehlung von Karsten. Leider war der erste Aussichtpunkt gesperrt, da er angeblich gleich drei Wespennester mit aggressiven Bewohnern beherbergte. Eigentlich kenne ich es so, dass dort, wo schon ein Wespennest ist, sich keine weiteren Wespen ansiedeln. Nun gut, aber so hatte Gina wenigstens schon mal ihre Mittagsrunde hinter sich.

es brodelt am Himmel

Einkaufen in Lüchow und dann endlich mal wieder in die Nemitzer Heide, wo es an dem schönen Heidehaus (mit köstlichen Torten) einen wirklich idyllischen Stellplatz gibt. Und die Nemitzer Heide, bei dem riesigen Waldbrand 1975 entstanden, ist immer wieder einen Besuch wert. Heute allerdings brodelte der Himmel immer mal wieder. Die Regenpausen haben wir aber gut abgepasst.

Für die Heideblüte sind wir eine oder zwei Wochen zu früh. Nur an begünstigten Stellen blüht die Erika schon. Auf der Fotoseite gibt es zwar eine leicht blühende Pflanze, wer aber die Pracht der Heideblüte sehen und mehr über die Nemitzer Heide erfahren will, dem empfehle ich diese Seite der Gemeinde Trebel, einschließlich eines tollen virtuellen Spaziergangs in Form von Panoramafahrten.

Am Sonntagmorgen (also morgen) gibt es im Heidehaus ein großes Frühstücksbüfett und morgen sind wir dabei. Auch wenn ich sonst nur ein süßer Frühstücker bin.

3.8.2025 – Nemitzerheide und wieder Alarm

unser Stellplatz im Wald

Um 4:40Uhr heulten die Sirenen und keine 10 Minuten später hörte ich das erste Martinshorn. Nach meiner gestrigen Erklärung, dass die Heide durch einen riesigen Waldbrand entstanden ist, ein wenig bedenklich. Zumal wir hier wirklich im Wald stehen. Also bin ich erstmal raus um zu sehen, ob Feuerschein zu sehen ist oder Brandgeruch in der Luft liegt. In der Ferne hörte ich eine weitere Sirene und ansonsten nur Laubfrösche und andere Tiergeräusche. Nix mit Panik. Trotzdem habe ich für die Warn-App NINA die generelle Standortfreigabe aktiviert. Besser ist besser!

Zu dem katastrophalen Feuer vor 50 Jahren und der Entstehungsgeschichte der Heide gibt es im Obergeschoß des Cafés die sehenswerte Ausstellung „Feuer, Heide – neues Leben“.

Frühstücksbüfett im Nemitzer Heidehaus

Hier im Bild nun ein Teil des Frühstücksbüfetts (Preis: 19,90€ pro Person), das es immer sonntags im Nemitzer Heidehaus gibt. Unter dem Aspekt, dass es mal eine gute Gelegenheit ist, die regionalen Produkte zu verkosten, habe ich heute mitgegessen. Hart gekochte Eier, Rührei mit und ohne Schnittlauch, Müsli mit Joghurt und Kirschen, Brot und Brötchen rundeten den frühen Schmaus ab. Alles sehr schmackhaft, aber morgen wird es für mich wieder süß!

vergebliche Vogelsuche

Nach dem langen und anstrengenden Frühstück war ein ausgiebiges Mittagsschläfchen angesagt, während der Regen auf das Womodach prasselte.

Danach bin ich dann alleine noch eine Runde in die Heide, um sie in Ruhe genießen zu können. Allerdings: bei 16°, Wind und bedecktem Himmel wirklich nicht lauschig. Vogelsichtungen komplette Fehlanzeige! Heidelerche, Brachpieper und Wachtel nur aus der Ferne zu hören. Auch die meisten anderen Lebewesen schienen sich in die Deckung zurückgezogen zu haben. Selbst die hier sonst häufigen Ameisenlöwen hatten nur vereinzelt ihre Fangtrichter, die der Regen zu gespült hatte, wieder hergestellt.

Gemeine Rollwespe (Tiphia femorata)

Zwei interessanten Insekten habe ich dann doch noch vor die Linse bekommen: die Amerikanische Kiefernwanze, eine invasive Art, die sich seit 1999 in Deutschland ausbreitet und die Gemeine Rollwespe (Tiphia femorata). Letztere ist darauf spezialisiert, Engerlinge (z.B. des Junikäfers) in der Tiefe zu riechen, sich dorthin durchzugraben, ihn zu betäuben und ein Ei in ihm abzulegen. An dieser Stelle einmal mehr Dank an Bestimmungs-App ObsIdentify, die mir den Weg zu diesen Informationen geebnet hat. Macht auch einen vogelfreien Gang in die Heide interessant.

Ein abschließendes Wort zum heutigen 3.8.25: wir müssen im Wohnmobil heizen, um eine angenehme Temperatur zu erreichen. Der Sommer … macht gerade Pause!

4.8.2025 – Nemitzer Heide – Dannenberg – Radegast

ein Seitenarm der Elbe: der Radegaster Haken

Als Info für alle Wohnmobilisten: das Nemitzer Heidehaus hat am Montag zu. Damit gibt es keine Toilette, aber das wussten wir ja vorher. Den Stellplatz empfehlen wir trotzdem.

Eine Fahrt durch Dannenberg empfehlen wir derzeit nicht, denn mehrere gesperrte Straßen führen zu langen Staus und Nervenflattern. Einkaufen und Geld abheben hat trotzdem geklappt.

Nach einem kleinen Zwischenstopp am Deich vom „Radegaster Haken“ sind wir jetzt mal wieder auf dem Campingplatz Elbeling in Radegast angekommen, wurden von den Platzbetreibern Aliena und Erik freundlich begrüßt und stehen für eine Woche auf dem gleichen Platz wie im Mai. Erfreulich: der Pirol ist auch noch da, wird sich in Kürze aber aufmachen ins Winterquartier im südlichen Afrika.

5.8.2025 – erste Vorbereitungen fürs nächste Fest

alle Jahre wieder-Gina und die Färsen

Ein Grund für die Woche in Radegast ist die Geburtstagsfeier meiner Freundin Katja im benachbarten Brackede am kommenden Samstag. Heute hatte ich mich angekündigt um beim Transport der Bierzeltgarnituren zu helfen. Aufgrund verschiedener Umstände kam ich eine viertel Stunde zu spät und … die Arbeit war schon fast komplett erledigt. Son Pech aber auch. ;-)

Nach einem ausgiebigen Plausch bei Mandelhörnchen und Vielanker Pilsener ging´s gemütlich die 1,6km zurück zum Campingplatz. Der Wind hatte ein wenig aufgefrischt (aber keineswegs die angekündigten Sturmböen) und so kam zur Sicherung der Markise noch das Sturmband zum Einsatz. Es schauerte am Nachmittag immer mal wieder, den Abendspaziergang mit Gina konnte ich in eine Regenpause packen.

So kam sie zu der Erneuerung ihrer Bekanntschaft mit den Färsen im Deichvorland und bei wundervollen Lichtverhältnissen zum ersten Bad in der Elbe.

Abendstimmung an der Elbe bei Radegast

6.8.2025 – Ruhetag auf dem Campingplatz Elbeling

unser perfekter Stellplatz bei Elbeling

Die Freunde aus Brackede haben heute Termine in Lüneburg und wir nutzen den Tag für stöbern in der Natur, schreiben und relaxen. Auch mal schön! Eine gute Gelegenheit allen mal zu zeigen, wie schön man auf Elbeling campen kann.

Für Gina auch mal ein ganz ruhiger Tag, ohne Autofahren etc. Gassigang mit Bad in der Elbe, Leckerchen vor und unter dem Womo … was für ein Hundeleben! ;-)

Und ich kann mich ausgiebiger meinen Mailkontakten widmen und habe im Posteingang gerade eine Mail gefunden, die auf die geplante Volksabstimmung hinweist, die ich gleich auch im Newsletter bewerben werde. Wir sollten solche Möglichkeiten nutzen, uns in unserer Demokratie einzubringen.

Soeben gegenüber: seit langer Zeit eine Weidenmeise. Auf der Fotoseite, wie ich sie bei der Futtersuche und im Abflug erwischt habe. ;-)

7.8.2025 – Katzenparadies in Brackede

das Kirchlein von Radegast

Gina durfte beim Gassigang wieder in die Elbe und dann ging es in den „historischen Ortskern“ von Radegast zu der niedlichen Backsteinkirche, deren Miniglocke uns derzeit die Nacht durch die Stunden schlägt.

Am Nachmittag ging es ins Katzenparadies von Brackede, wo die Freunde Katja und Dieter eine ganz herzerwärmende Aufgabe fürs Leben gefunden haben. Was für ein Glück für die Katzen! Schaut auch hier in die Bilder des Tages!

Katjas Katzenparadies von Brackede

Die nachmittägliche Begegnung mit den Mancinis, Freunden der Freunde, rundete den Nachmittag ab. Vielleicht helfen unsere Wohnmobiltipps ihnen beim Start in ein Leben nach der Selbstständigkeit!

Es ging für uns aber auch um die weitere Vorbereitung für die Feier am Samstag. Tische und Bänke/Stühle stehen … mal sehen, wie es passt.

Auf dem Fußweg zurück zum Campingplatz immer wieder rufende Kraniche und auf einem der Grundstücke hinterm Deich Schwanengänse. Manche Exoten (hier aus Asien) erkenne ich sofort.

Morgen werden wir uns in eine ansprechende Form bringen für das große Fest übermorgen und ansonsten ist vorbereitende Entspannung angesagt.

9.8.2025 – Katjas Gartenfete am Deich

was für ein schöner Platz

Der gestrige Tag und der heutige Vormittag waren doch noch mal einigen Vorbereitungen des großen Festes gewidmet. Pünktlich um 13:30Uhr war alles für die Gartenparty bereit und ALLE Gäste kamen erfreulich pünktlich. Das Wetter spielte wunderbar mit, die Stimmung war gelöst und es war schön zu sehen, wie sehr Katja dieses Fest genießen konnte.

Viele Gäste hatten lecker Kuchen und Torten mitgebracht, Dieter schon eine Woche lang Köstlichkeiten vorbereitet und alles war sehr reichlich vorhanden. Möglicherweise war kein Gast in der Lage, all die wunderbaren Speisen zu probieren. Ich war jedenfalls nach dem Kuchenbüfett schon ziemlich gesättigt. Es waren vier Hunde auf dem Grundstück unterwegs und alles verlief (nach einer ersten Klärung) wunderbar friedlich. Die Katzen hielten sich heute eher in der Deckung. Hier gibt´s nur ein Foto vom Fest, auf der Fotoseite ein paar mehr.

Bekassinen

Von den Mitbewohnern des Hauses wurde erzählt, dass eine Kette Rebhühner (mit rund 20 Küken) im Deichvorland unterwegs ist. Die konnte ich bei einem Gassigang mit Gina leider nicht beobachten, aber Bekassinen und Bruchwasserläufer … auch nett. Obwohl: morgen werde ich noch einen Versuch starten. Es ist sicher 40 Jahre her, dass ich die letzte Familienkette Rebhühner gesehen habe. Seit 1980 sind die Bestände in Deutschland um 94% zurückgegangen. Hier gibt es dazu Informationen im Netz.

Morgen gilt es aufzuräumen, noch einmal die verbliebenen Leckereien verkosten und dann geht dieser Urlaub mit einer Rückreise in drei Etappen seinem Ende entgegen.

10.8.2025 – Abschied von den Freunden und vom Elbufer

Das Aufräumen war schon erledigt, als ich bei den Freunden ankam. So habe ich mir eine Flasche Wasser geben lassen, bin auf den Deich und habe auf einer Bank die Ruhe und den Ausblick über das Elbtal Richtung Boitzenburg genossen. Danach ein gemeinsames Essen im Garten und der immer etwas schwere Abschied. Aber vielleicht … morgen schauen wir uns eine Seniorenwohnanlage in Bleckede an. Wer weiß!?!

Blick über die Elbe nach Boizenburg

12.8.2025 – mal wieder am Dümmer

Die Besichtigung der angeblichen Seniorenanlage in Bleckede war nett, aber wir wissen jetzt, dass dies nicht das ist, was wir wollen. Die besichtigte Wohnung ist schön, aber unter dem Dach und mit zwei sehr kleinen Balkonen. Die erhoffte Betreuung durch den ASB und eine Hausdame gibt es auch nicht. Sehr schade, denn Lage, der Ort Bleckede und die Nähe zu besten Freunden wäre schon ideal.

Die Nacht zu heute waren wir wieder auf dem Campingplatz Ahlden, mit Blick auf die „Alte Leine“ und einem sehr netten Betreiberpaar, die Nachfolger suchen und dazu wünschen wir ihnen alles Gute.

Jetzt sind wir wieder auf dem Stellplatz vom Strandhaus Schomaker am Olgahafen bei Dümmerlohausen, einer absoluten Empfehlung, wenn man das Westufer des Dümmersees erkunden will. Für uns ist es immer wieder der Platz für den Start oder das Ende, auch von dieser Reise. Für Gina bei heute rund 30° ein perfekter Platz für ein Bad im See.

Ginas obligatorisches Bad im Dümmersee